Schätzungsweise 290 Millionen Menschen leben weltweit mit einer chronischen Hepatitis-B- oder -C-Infektion, ohne von ihrer Infektion zu ahnen. Unbehandelt können diese zu schweren Leberschäden wie Zirrhose und Leberkrebs führen und erhöhen möglicherweise auch das Risiko anderer Erkrankungen.

Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung kann dieses Risiko senken und zudem verhidnern, dass andere angesteckt werden.

Eine Impfung schützt gegen Neuinfektionen mit Hepatitis-B-Viren. Eine chronische Hepatitis-B-Infektion kann mit heutigen Medikamenten wirksam unterdrückt, aber noch nicht ganz ausgeheilt werden. Es wird intensiv nach noch wirksameren Therapien gegen Hepatitis B geforscht.

Bei Hepatitis C ist man bereits wesentlich weiter: Seit 2014 wurde eine Reihe von neuartigen Medikamenten zugelassen, welche praktisch alle Hepatitis-C-Infektionen heilen können.

Hepatitis-B- und -C-Infektionen verursachen oft keine eindeutigen Symptome und können daher jahrelang unerkannt bleiben. Daher ist gerade bei Risikofaktoren ein Test wichtig, z.B. bei erhöhten Leberwerten oder wenn es in der Vergangenheit Kontakt mit infektiösem Blut (Hepatitis C) und/oder anderen Körperflüssigkeiten (Hepatitis B) gegeben hat.

Die Weltgesundheitsorganisation hat das Ziel gesteckt, Hepatitis B und C bis zum Jahr 2030 global einzudämmen. Medizinisch erreichbar ist dieses Ziel bereits mit den heute verfügbaren Impfungen und Therapien. Die größte Hürde ist die große Zahl der nicht diagnostizieren Betroffenen. Denn nur wer diagnostiziert ist, kann auch behandelt werden. Daher steht der diesjährige Welt-Hepatitis-Tag erneut unter dem Motto: „Hepatitis: Findet die fehlenden Millionen!“