Welt Hepatitis Tag

 

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Pressemeldungen

Heute ist Welt-Hepatitis-Tag – das diesjährige Motto lautet „Hepatitis eliminieren!“

Pressemeldung der Deutschen Leberhilfe e.V. vom 28.07.2017

Köln. Dieses Jahr stehen am Welt-Hepatitis-Tag wieder Hepatitis B und C im Vordergrund, denn weltweit leben 257 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis B und 71 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis C.1 Beide Virusinfektionen sind verantwortlich für 1,34 Millionen Todesfälle - weltweit sterben mehr Menschen an Hepatitis als an HIV oder Tuberkulose. Auch in Deutschland leben hunderttausende Menschen mit Hepatitis B und C.2,3 Viele wissen jedoch nichts von ihrer Infektion, da sie viele Jahre unbemerkt bleibt – eine Gefahr für Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat letztes Jahr beschlossen, Hepatitis B und C bis 2030 weltweit einzudämmen bzw. zu eliminieren. Damit eine Elimination gelingt, ist neben der Prävention vor allem eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung sowie eine Erhöhung der Impfraten nötig. Denn gegen Hepatitis B gibt es eine Schutzimpfung und eine chronische Hepatitis C kann heutzutage mit neuen Medikamenten bei nahezu allen Patienten geheilt werden. Der Welt-Hepatitis-Tag 2017 will unter dem Motto „Hepatitis eliminieren“ insbesondere auf Hepatitis B und C aufmerksam machen, Menschen mit einem Risikofaktor ermutigen, sich testen zu lassen, und über die Möglichkeiten einer Impfung und Behandlung informieren.

Wie eine Elimination gelingen kann

Um zu erreichen, dass Hepatitis B und C weltweit eingedämmt werden können, hat die WHO letztes Jahr die „NOhep“-Kampagne gestartet.4 Mit dieser Kampagne sollen bis 2030 die Impfraten gegen Hepatitis B, insbesondere die Grundimmunisierung im Säuglingsalter von 38% auf 90% gesteigert werden. Es sollen zudem systematisch mehr Menschen, vor allem bei Risikofaktoren, auf Hepatitis B und C getestet werden, um die Diagnoserate von 5% auf 95% zu erhöhen. Zudem soll weltweit der Zugang zur Therapie von unter 1% auf 80% erhöht werden, um Hepatitis B zu kontrollieren und Hepatitis C zu heilen.

Mit diesen Maßnahmen könnten bis 2030 insgesamt 7,1 Millionen Menschenleben gerettet und eine noch viel höhere Zahl von Menschen vor einer Ansteckung bewahrt werden. Ein weiteres Ziel ist, die Prävention durch gezielte Aufklärung und sichere Blutprodukte zu verbessern. Auch Deutschland hat sich dem Kampf gegen Hepatitis angeschlossen. 2016 veröffentlichte die deutsche Bundesregierung ihre im Kabinett beschlossene Strategie „BIS-2030 – Bedarfsorientiert, Integriert, Sektorenübergreifend“, die ebenfalls bis 2030 Hepatitis B und C, aber auch HIV und andere Infektionskrankheiten erfolgreich bekämpfen will.5

Wer könnte betroffen sein?

Hepatitis B wird über Körperflüssigkeiten durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut, Sperma, Scheidensekret und ggf. Speichel übertragen, Hepatitis C vor allem durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut. Menschen mit einem Risikofaktor für eine Infektion mit Hepatitis B oder C sollten darüber nachdenken, sich testen zu lassen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören Blutprodukte vor 1990, erhöhte Leberwerte, eine Hepatitis B oder C in der Partnerschaft oder Familie, ein häufiger Partnerwechsel, Tätowierungen und Piercings, gemeinsam benutztes Spritzenbesteck beim intravenösen Drogenkonsum, Herkunft aus Ländern, in denen Hepatitis weit verbreitet ist sowie schlechte Hygiene bei medizinischen Eingriffen.

Hepatitis B und C in Deutschland

In Deutschland leben nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts 0,2-0,3% der Allgemeinbevölkerung jeweils mit einer chronischen Hepatitis B oder Hepatitis C – das sind pro Hepatitis-Infektion 160.000 – 240. 000 Menschen.2,3 Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher liegen, da bei den Erhebungen wichtige Risikogruppen nicht ausreichend erfasst wurden und eine Hepatitis-Infektion lange unbemerkt bleibt, weil sie keine spezifischen Beschwerden verursacht.

Hierzulande wird bereits seit langem eine Hepatitis-B-Impfung für alle Säuglinge und gefährdete Personen empfohlen, wie z.B. HIV-Infizierte, Dialysepatienten, medizinisches Personal und Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern.

Wenn bei Personen eine akute Hepatitis-B-Infektion chronisch wird – was bei 5-10% der Infektionen der Fall ist – kann das unbehandelt zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Die heutigen verfügbaren antiviralen Medikamente können die chronische Hepatitis B zwar in der Regel nicht heilen, aber das Virus gut kontrollieren, wenn die Tabletten als Dauertherapie eingenommen werden. Bei einigen Patienten kann auch eine einjährige Interferon-Therapie erfolgreich sein. Nach wie vor wird intensiv an Medikamenten erforscht, um die Therapie der Hepatitis B künftig zu verkürzen und die Infektion heilbar zu machen.

Gegen Hepatitis C gibt es keine Impfung, aber die neuen Medikamente heilen mit einer relativ kurzen Therapiedauer und guter Verträglichkeit bei nahezu allen Patienten die chronische Hepatitis C. Das ist auch wichtig vor dem Hintergrund, dass sich eine akute Hepatitis C in 80% der Fälle zu einer chronischen Hepatitis C entwickelt. In Deutschland sind 160.000 der Hepatitis-C-Patienten mittlerweile diagnostiziert, was über die Hälfte der Betroffenen sein dürfte. Aktuelle Zahlen zeigen, dass seit Einführung der neuen Medikamente die Anzahl der behandelten Patienten, vor allem auch der frühzeitig Therapierten gestiegen ist.6 Jedes Jahr könnten in Deutschland 18.000 Patienten von Hepatitis C geheilt werden. Damit scheint eine Elimination von Hepatitis bis 2030 in Deutschland möglich, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Krankenkassen in der Regel die Behandlung erstatten. Neben ethischen Gründen sprechen auch ökonomische Gründe – weniger Folgekosten durch schwerwiegende Spätfolgen – für eine Behandlung der chronischen Hepatitis C.

Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli 2017

Der Welt-Hepatitis-Tag ist ein internationaler Aktionstag und findet jährlich am 28. Juli statt. Im Jahr 2010 erkannte die WHO-Hauptversammlung Virushepatitis mit einer Resolution als globale Gesundheitsbedrohung an. Seit 2011 wird der Welt-Hepatitis-Tag als offizieller Gesundheitstag der WHO durchgefu¨hrt. Dieses Jahr lautet das Motto des Welt-Hepatitis-Tages „Hepatitis eliminieren!“

Weltweit leben 257 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis B und 71 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis C. Bereits im Jahr 2015 hat die WHO beschlossen, bis 2030 weltweit Hepatitis B einzudämmen und Hepatitis C zu eliminieren. Die daraufhin gestartete globale Kampagne „Nohep ... für eine Welt ohne Hepatitis“ soll den Zugang zur Hepatitis-B-Impfung sowie zur Testung und zur Therapie der Hepatitis B und Hepatitis C voranbringen, um diese WHO-Ziele zu erreichen.

Auch in Deutschland hat der Kampf gegen Hepatitis begonnen: 2016 veröffentlichte die deutsche Bundesregierung ihre im Kabinett beschlossene Strategie „BIS-2030 – Bedarfsorientiert, Integriert, Sektorenübergreifend“, die ebenfalls bis 2030 Hepatitis B und C, aber auch HIV und andere Infektionskrankheiten erfolgreich bekämpfen will.

Wer ist die Deutsche Leberhilfe e.V.?

Die Deutsche Leberhilfe e.V. wurde vor 30 Jahren von engagierten Patienten gegründet. Der gemeinnützige Verein ist bundesweit tätig und hat sich als Informationsschnittstelle zwischen Ärzten und Leberpatienten etabliert. Die Leberhilfe verfolgt als Hauptziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, indem sie Patienten und ihre Angehörigen berät und Informationsschriften in verständlicher Sprache herausgibt. Ein weiteres Ziel des Vereins ist, die Bevölkerung über mögliche Ursachen, Verlauf, Therapie und Verhütung von Leberkrankheiten zu informieren. Langfristig soll dies dazu beitragen, Vorurteile zu entkräften und den schlechten Ruf der Lebererkrankungen als „selbstverschuldete” Krankheiten zu verbessern. In diesem Rahmen ist die Leberhilfe in Deutschland Ausrichter des Welt-Hepatitis-Tages.

Der Verein wird von einem ehrenamtlich tätigen Vorstand geleitet und hat in Köln seine Geschäftsstelle, die mit erfahrenen Mitarbeitern besetzt ist. Bei medizinischen Fragen wird die Leberhilfe von einem wissenschaftlichen Beirat unterstützt. Dieser besteht aus namhaften Fachärzten und Wissenschaftlern, die die Richtigkeit, Aktualität und Seriosität der medizinischen Informationen gewährleisten.

Andrea Warpakowski

 

Informationen zum Welt-Hepatitis-Tag:

Deutsche Webseite:             www.welthepatitistag.info
Flyer zu Hepatitis A bis E:      www.welthepatitistag.info/download.html
Internationale Webseite:       www.nohep.org/

 

Quellen:

1. Weltgesundheitsorganisation (WHO). http://www.who.int/hepatitis/publications/global-hepatitis-report2017/en/
2. Robert Koch-Institut. RKI-Ratgeber für Ärzte. Hepatitis B und D. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisB.html;jsessionid=BC284AA615F8A7B452BB2F8A3AF00C3D.2_cid390
3. Robert Koch-Institut. RKI-Ratgeber für Ärzte. Hepatitis C. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisC.html
4. nohep. http://www.nohep.org
5. Die Bundesregierung. https://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BMG/_2851.html
6. Zimmermann R et al. J hepatol 2017

 

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Hepatitis A, B, C, D und E: Kleine Viren – große Risiken!

Pressemeldung der Deutschen Leberhilfe e.V. vom 19.07.2017

Köln. Am 28. Juli 2017 ist Welt-Hepatitis-Tag. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Hepatitis“? Welche verschiedenen Formen gibt es? Und warum ist es so wichtig, die Unterschiede zu kennen? Unser Übersichtsartikel klärt auf.

Hepatitis heißt übersetzt „Leberentzündung“. Eine Hepatitis kann viele verschiedene Ursachen haben. In den meisten Fällen sind die Viren Hepatitis A, B, C, D und E für die Leberentzündung verantwortlich (Virushepatitis), aber es gibt auch nicht-virale Lebererkrankungen, die durch Medikamente, Giftstoffe, Alkohol (alkoholische Fettleber), Übergewicht (nicht-alkoholische Fettleber) oder eine Fehlsteuerung des Immunsystems (Autoimmunhepatitis) hervorrufen werden. Anders als virale Hepatitiden sind diese Erkrankungen niemals ansteckend.

Die Leber – ein lebenswichtiges Organ

Die Leber ist das größte menschliche Organ und erfüllt viele lebenswichtige Aufgaben: Sie entgiftet das Blut, spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel und bei der Verdauung und sie kontrolliert das Immunsystem und die Blutgerinnung. Bei einer Hepatitis – egal ob viral oder nicht-viral – werden Leberzellen zerstört. Bei einer chronischen Leberentzündung bilden sich durch die Zellzerstörung Narben (Leberfibrose). Ist die Leber vollständig vernarbt (Leberzirrhose), sind die lebenswichtigen Funktionen stark eingeschränkt und es kann sich auch ein Leberkrebs entwickeln. Mit einer rechtzeitigen Diagnose und Behandlung einer Hepatitis lassen sich diese Spätfolgen jedoch oft verhindern. Ein wichtiger „Nebeneffekt“: Wird eine virale Hepatitis erfolgreich behandelt, sind andere Menschen besser vor einer Ansteckung geschützt.

Bei Risikofaktoren testen lassen

Viele Hepatitis-Infektionen bleiben lange Jahre unbemerkt, denn die Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen sind so unspezifisch, dass man dabei nicht gleich an die Leber denkt. Ein bekanntes Symptom ist beispielsweise eine Gelbfärbung der Haut bzw. der Augen (Ikterus), das aber nicht jeder Mensch mit Hepatitis entwickelt. Auch erhöhte Leberwerte (vor allem die GPT) können ein erster Hinweis auf eine Hepatitis sein, aber nicht jeder Hepatitis-Kranke hat auffällige Leberwerte.

Lebererkrankungen könnenjedentreffen! Deshalb hat die Leberhilfe Projekt gUG in Zusammenarbeit mit Ärzten einen anonymen kostenlosen Online-Lebertest entwickelt. Auf der Internetseite www.lebertest.de errechnet der Test in nur wenigen Minuten, ob persönliche Risikofaktoren vorliegen (z. B. Blutkontakte in der Vergangenheit, intravenöser Drogenkonsum, häufige Partnerwechsel oder Herkunft aus einem Land mit hoher Verbreitung der Virushepatitiden). Wer erhöhte Leberwerte oder Risikofaktoren hat, sollte sich wenigstens einmal auf Hepatitis untersuchen lassen.

Hepatitis A (HAV)

Gegen das Hepatitis-A-Virus gibt es eine sichere Impfung und wer einmal an Hepatitis A erkrankt war, ist lebenslang gegen das Virus immun. Diese virale Hepatitis-Infektion ist eine Reisekrankheit, die vor allem durch mit HAV verunreinigtes Trinkwasser, also auch Eiswürfel, durch mit kontaminiertem Wasser gewaschenen Früchten und Salaten und durch Muscheln aus solchen verunreinigten Gewässern, aber auch durch Badewasser oder Schmierinfektionen z.B. u¨ber Toiletten übertragen wird. Meist verläuft die Hepatitis A unbemerkt. Die Infektion ist kurze Zeit hoch ansteckend, aber sie heilt immer von selbst aus. Eine Infektion mit Hepatitis A kann aber für Menschen mit einer vorgeschädigten Leber und einem geschwächten Immunsystem sowie für ältere Menschen gefährlich werden und sogar zu einem Leberversagen fu¨hren.

Hepatitis B (HBV)

Hepatitis B ist eine Leberentzündung, die durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) hervorgerufen wird. Auch gegen Hepatitis B gibt es eine sichere Impfung. Das Hepatitis-B-Virus ist hoch ansteckend und wird über Körperflüssigkeiten durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut, Sperma, Scheidensekret und ggf. Speichel übertragen. Glücklicherweise heilt eine akute Hepatitis-B-Infektion bei den meisten Menschen in den ersten sechs Monaten von alleine aus – allerdings bleibt das Erbmaterial des Virus trotzdem ein Leben lang im Körper. Deshalb kann das Virus selbst bei Menschen mit einer ausgeheilten Infektion wieder aktiv werden und zu einer erneuten Hepatitis B führen, wenn bei ihnen eine schwere Immunschwäche auftritt, hervorgerufen beispielsweise durch eine HIV-Infektion oder eine Chemotherapie.

Bei 5-10% der mit HBV infizierten Menschen kommt es zu einer chronischen Leberentzündung, die unbehandelt über viele Jahre zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann. Heutzutage gibt es sogenannte antivirale Medikamente, die direkt die Virusvermehrung in der Leber unterdrücken. Allerdings müssen dafür die Tabletten jeden Tag als Dauertherapie eingenommen werden. Einige Patienten können auch ein Jahr lang mit Interferon (eine Spritze pro Woche) behandelt werden. Interferon regt das körpereigene Immunsystem an, so dass es dauerhaft die Virusvermehrung unterdrücken kann. Allerdings hat Interferon Nebenwirkungen wie Grippesymptome, Depressionen und Blutbildveränderungen. Die Therapien sind in der Regel nicht heilend, an besseren Behandlungsmethoden wird geforscht.

Hepatitis C (HCV)

Leider gibt es gegen Hepatitis C keine Impfung – aber dafür ist eine chronische Hepatitis C heutzutage mit Tabletten in relativ kurzer Zeit fast immer heilbar! Die Hepatitis C wird durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) verursacht, das vor allem durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut übertragen wird. Die wichtigsten Infektionsursachen sind Blutprodukte vor 1990, Verletzungen, gemeinsam benutztes Spritzbesteck beim Drogengebrauch, Piercing, Tätowierungen und schlechte Hygiene bei medizinischen Eingriffen. Das Risiko einer sexuellen Infektion ist deutlich geringer als bei Hepatitis B, steigt aber bei Verletzungen, Menstruation und „harten“ Sexpraktiken. Nur etwa 20% der akuten Hepatitis-C-Infektionen heilen im ersten halben Jahr von selbst aus. Aber anders als bei einer ausgeheilten Hepatitis A oder Hepatitis B gibt es bei einer ausgeheilten Hepatitis C keine lebenslange Immunität – nach Kontakt mit infiziertem Blut kann es jederzeit zu einer neuen Infektion mit HCV kommen.

In 80 % der Fälle entwickelt sich aus einer akuten Hepatitis-C-Infektion eine chronische Leberentzündung. Diese kann jedoch in den meisten Fällen geheilt werden! Frühere Therapien mit Interferon hatten viele Nebenwirkungen und führten auch nur bei einigen Patienten zu einer Heilung. Das hat sich glücklicherweise geändert: Die neuen antiviralen Medikamente sind sehr viel verträglicher und heilen Hepatitis C schon beim ersten Versuch in mehr als 90 % der Fälle komplett aus. Je nach Stadium der Erkrankung und Art des Hepatitis-C-Virus dauert die Therapie mit einer Tablette am Tag nur 8 bis 24 Wochen.

Hepatitis D (HDV)

Hepatitis D (Delta) ist zwar in Deutschland relativ selten, gilt aber als die schwerwiegendste Virushepatitis. Das Hepatitis-D-Virus kann nur zusammen mit dem Hepatitis-B-Virus existieren, weil es dessen Hülle zur Vermehrung braucht.

Eine Hepatitis B verläuft schwerer und es entwickelt sich schneller eine Leberzirrhose, wenn gleichzeitig eine Infektion mit HDV besteht – in 70-90% führt eine Koinfektion Hepatitis B und D zu schweren chronischen Verläufen.  Hepatitis D wird u¨ber Blut- und Sexualkontakte übertragen – entweder gleichzeitig mit Hepatitis B oder einzeln zusätzlich zu einer Hepatitis-B-Infektion. Bisher gibt es keine langfristig wirksame Therapie gegen Hepatitis D, an neuen Medikamenten wird jedoch intensiv geforscht. Die gute Nachricht: Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis D.

Hepatitis E (HEV)

Hepatitis E galt lange als Reiseerkrankung, die aus fernen tropischen Ländern mitgebracht wurde. Dort wird die Hepatitis E häufig über mit menschlichen Fäkalien verunreinigtes Trinkwasser übertragen. Mittlerweile weiß man sehr viel mehr über diese bisher unterschätzte virale Hepatitis: In Europa und anderen westlichen Industrieländern ist die Hauptinfektionsquelle rohes Fleisch von Haus- und Wildschwein, beispielsweise Schweinemett, aber auch mit Fäkalien gedüngte Erdbeeren oder Salat können wohl Ursache für eine Hepatitis E sein. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass jeder sechste Deutsche bereits eine Hepatitis-E-Infektion durchgemacht hat, andere Zahlen gehen davon aus, dass jeder dritte Deutsche bereits eine HEV-Infektion hatte und sich meistens hier infiziert hat. Außerdem kann Hepatitis E über Blut übertragen werden. Blutprodukte werden leider noch nicht routinemäßig auf Hepatitis E getestet und haben in einzelnen Fällen zu Ansteckungen gefu¨hrt.

Nahezu alle akuten Hepatitis-E-Infektionen bleiben unbemerkt, weil keine Symptome auftreten. Erfreulicherweise heilen fast alle (99%!) HEV-Infektionen von alleine aus. Allerdings sind Schwangere, chronisch Leberkranke oder immungeschwächte Menschen nach einer Organ- oder Stammzelltransplantation oder mit einer HIV-Infektion, durch Hepatitis E gefährdet. Bei ihnen kann eine Infektion mit HEV zu schwerwiegenden Komplikationen oder – bei Immunschwäche – auch zu chronischen Verläufen führen. Hepatitis E lässt sich in Notfällen mit Ribavirin ausheilen, welches dafür aber nicht zugelassen und fast nie nötig ist. Ein Impfstoff existiert nur in China und es ist unklar, ob dieser auch gegen den in Europa verbreiteten Typ der Hepatitis-E-Viren schützt.

Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli 2017

Der Welt-Hepatitis-Tag ist ein internationaler Aktionstag und findet jährlich am 28. Juli statt. Im Jahr 2010 erkannte die WHO-Hauptversammlung Virushepatitis mit einer Resolution als globale Gesundheitsbedrohung an. Seit 2011 wird der Welt-Hepatitis-Tag als offizieller Gesundheitstag der WHO durchgefu¨hrt. Dieses Jahr lautet das Motto des Welt-Hepatitis-Tages „Hepatitis eliminieren!“.

Weltweit leben 257 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis B und 71 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis C. Bereits im Jahr 2015 hat die WHO beschlossen, bis 2030 weltweit Hepatitis B einzudämmen und Hepatitis C zu eliminieren. Die daraufhin gestartete globale Kampagne „Nohep ... für eine Welt ohne Hepatitis“ soll den Zugang zur Hepatitis-B-Impfung sowie zur Testung und zur Therapie der Hepatitis B und Hepatitis C voranbringen, um diese WHO-Ziele zu erreichen.

Auch in Deutschland hat der Kampf gegen Hepatitis begonnen: 2016 veröffentlichte die deutsche Bundesregierung ihre im Kabinett beschlossene Strategie „BIS-2030 – Bedarfsorientiert, Integriert, Sektorenübergreifend“, die ebenfalls bis 2030 Hepatitis B und C, aber auch HIV und andere Infektionskrankheiten erfolgreich bekämpfen will.

Wer ist die Deutsche Leberhilfe e.V.?

Die Deutsche Leberhilfe e.V. wurde vor 30 Jahren von engagierten Patienten gegründet. Der gemeinnützige Verein ist bundesweit tätig und hat sich als Informationsschnittstelle zwischen Ärzten und Leberpatienten etabliert. Die Leberhilfe verfolgt als Hauptziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, indem sie Patienten und ihre Angehörigen berät und Informationsschriften in verständlicher Sprache herausgibt. Ein weiteres Ziel des Vereins ist, die Bevölkerung über mögliche Ursachen, Verlauf, Therapie und Verhütung von Leberkrankheiten zu informieren. Langfristig soll dies dazu beitragen, Vorurteile zu entkräften und den schlechten Ruf der Lebererkrankungen als „selbstverschuldete” Krankheiten zu verbessern. In diesem Rahmen ist die Leberhilfe in Deutschland Ausrichter des Welt-Hepatitis-Tages.

Der Verein wird von einem ehrenamtlich tätigen Vorstand geleitet und hat in Köln seine Geschäftsstelle, die mit erfahrenen Mitarbeitern besetzt ist. Bei medizinischen Fragen wird die Leberhilfe von einem wissenschaftlichen Beirat unterstützt. Dieser besteht aus namhaften Fachärzten und Wissenschaftlern, die die Richtigkeit, Aktualität und Seriosität der medizinischen Informationen gewährleisten.

Andrea Warpakowski

 

Informationen zum Welt-Hepatitis-Tag:

Deutsche Webseite:        www.welthepatitistag.info
Flyer zu Hepatitis A bis E: www.welthepatitistag.info/download.html
Internationale Webseite:  www.nohep.org/

 

 

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Hepatitis E: häufiger in Deutschland als bisher angenommen

Hamburg, 10. Juli 2017. Lange hielt man eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus (HEV) nur für eine Reisekrankheit, die meist aus den Tropen mitgebracht wurde. Mittlerweile belegen jedoch Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI), dass in Deutschland 17% der erwachsenen Bevölkerung eine Hepatitis E durchgemacht haben und sie sich meistens hier infiziert haben.1 Nahezu alle akuten HEV-Infektionen bleiben unbemerkt, weil keine Symptome auftreten – die meisten heilen erfreulicherweise von alleine aus. Schwerwiegende Komplikationen und chronische Verläufe der Hepatitis-E-Infektion können aber bei Schwangeren, immun­geschwäch­ten Menschen nach einer Organ- oder Stammzelltransplantation oder bei einer HIV-Infektion sowie bei Menschen, die bereits eine chronische Lebererkrankung haben, auftreten. Die Hauptinfektionsquelle ist rohes Fleisch von Haus- und Wildschwein, aber auch über mit Fäkalien gedüngte Feldfrüchte wie Erdbeeren. Außerdem kann Hepatitis E über Blut übertragen werden. In den Tropen ist Hepatitis E häufig und wird dort in der Regel über Trinkwasser übertragen.

Im Vorfeld des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli sprach die Leberhilfe mit Privatdozent Dr. Sven Pischke aus der 1. Medizinischen Klinik des Universitätskrankenhauses Eppendorf, Hamburg, über aktuelle Entwicklungen zur Verbreitung und über Möglichkeiten, Risikopersonen vor einer Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus zu schützen.

Deutsche Leberhilfe e.V.:Laut Schätzungen des RKI haben 17% der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland eine Infektion mit dem HEV durchgemacht. Hat sich in der Zwischenzeit an dieser Zahl etwas geändert?

PD Dr. Sven Pischke: Anhand aktueller Daten ist mittlerweile davon auszugehen, dass deutlich über 30% der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland im Laufe ihres Lebens eine Hepatitis-E-Infektion hatten.

DL: Was ist der Grund für die Zunahme der in Europa und insbesondere in Deutschland erworbenen HEV-Infektionen?

Pischke: Größtenteils ist es sicherlich so, dass vermehrt getestet wird, weil die Aufmerksamkeit der Ärzteschaft für diese Erkrankung gestiegen ist. Dadurch findet man die Infektion auch häufiger und somit steigt die Anzahl der diagnostizierten Fälle. Ob zusätzlich zu diesem Phänomen eventuell auch die Anzahl realer Hepatitis-E-Infektionen in den letzten Jahren stieg, ist noch unklar und wird gegenwärtig untersucht.

DL: Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko durch Schweinemett und Erdbeeren? Kann man beides noch unbedenklich verzehren?

Pischke: Schweinemett ist als relevante Infektionsquelle einzuschätzen. Vermutlich enthalten über 10% der Mettbrötchen Hepatitis-E-Viren. Meist verläuft die Infektion jedoch absolut harmlos, also klinisch stumm. Ich rate Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem oder einer Leberzirrhose explizit vom Verzehr von Schweinemett ab. Was Erdbeeren angeht, ist die Lage nicht so eindeutig. Zwar konnte Hepatitis E auch in Erdbeeren und Gemüse oder Salat wie z.B. Ruccola nachgewiesen werden. Doch exakte Zahlen wie häufig Hepatitis E bei diesen Produkten ist, fehlen noch.

DL: Blutkonserven und Blutprodukte werden auf HIV, Hepatitis B und Hepatitis C untersucht, auch auf Hepatitis E?

Pischke: Während die Testung von Blutprodukten auf Hepatitis E in England, Irland und den Niederlanden bereits beschlossen wurde, ist dies in Deutschland noch nicht vorgeschrieben. Doch da einige Krankenhäuser, wie auch unsere Klinik, das UKE, dieses Infektionsrisiko vermeiden wollen, werden an diesen Kliniken alle Blutprodukte auf Hepatitis E getestet.

DL: Ist hierzulande eine vorgeschriebene Testung der Blutprodukte auf HEV geplant?

Pischke: Ob und wann in Deutschland eine Testung verbindlich vorgeschrieben wird, ist derzeit noch ungewiss.

DL: Wie häufig sind schwerwiegende Verläufe und wie sehen sie aus?

Pischke: Zirka 50% der stark immunsupprimierten Patienten, z.B. Transplantationspatienten entwickeln nach Kontakt mit dem Virus eine chronische Hepatitis E. Diese kann unbehandelt binnen fünf Jahren zu einer Leberzirrhose mit potentiell lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Bei Patienten mit intaktem Immunsystem hingegen, kann eine akute Hepatitis E in einer Minderheit der Fälle zu einem bedrohlichen, akuten Leberversagen führen.

DL: Gibt es eine Therapie für die schwer verlaufenden Hepatitis-E-Infektionen?

Pischke: Das für die Hepatitis-C-Therapie zugelassene Medikament Ribavirin ist sehr effektiv gegen Hepatitis E. Unter dieser Medikation heilen die allermeisten Fälle aus. Jedoch ist das Medikament hierfür nicht explizit zugelassen und somit können dem Arzt, der eine Hepatitis E mit Ribavirin behandelt, Konsequenzen drohen.

DL: Müssen frisch diagnostizierte Patienten etwas beachten, um ihre Familie nicht anzustecken?

Pischke: Die „Mensch-zu-Mensch“-Übertragung ist extrem selten. Abgesehen davon, dass Infizierte ihre Toilette nach Benutzung reinigen sollten, sind keine Maßnahmen erforderlich.

DL: Hepatitis E kommt häufig in den Tropen und sogenannten Entwicklungs­ländern vor. Wie kann man sich vor Hepatitis E schützen?

Pischke: Wir raten jedem Reisenden, der diese Regionen besucht, auf Hygiene zu achten und unbedingt nur sauberes Trinkwasser zu trinken. In den Tropen gibt es einen anderen Hepatitis-E-Genotyp, also eine etwas andere Variante des Hepatitis-E-Virus, der sich von dem in Deutschland verbreiteten Hepatitis-E-Genotyp unterscheidet, und häufiger schwerwiegende Verläufe, auch bei Gesunden, verursacht.

DL: Gibt es eine Impfung gegen Hepatitis E?

Pischke: Bisher nur in China – dort ist seit mehr als fünf Jahren ein effektiver Impfstoff erhältlich.

DL:Wenn sich jemand in China impfen lässt, wäre er auch hier in Deutschland geschützt?

Pischke: In China gibt es auch einen anderen Hepatitis-E-Genotyp als bei uns. Ob die chinesische Impfung auch vor dem in Deutschland verbreiteten Genotyp schützt, ist unklar.

DL:Hepatitis E ist sehr weit verbreitet und nicht immer harmlos. Brauchen wir in Europa einen eigenen Impfstoff?

Pischke: Dies ist noch nicht abschließend geklärt worden. Während Patienten mit einer Leber-Grunderkrankung sich gegen Hepatitis A und B impfen lassen sollten, gibt es noch keine Überlegungen bzw. Empfehlungen bezüglich Hepatitis E.

Das Interview für die Leberhilfe führte Frau Andrea Warpakowski.

 

1) Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 2017/Nr.44

 

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Chronische Hepatitis B: nicht heilbar, aber behandelbar und es gibt eine Schutzimpfung!

Köln, 29. Juni 2017. Hepatitis B ist eine Leberentzündung, hervorgerufen durch das Hepatitis-B-Virus (HBV). Übertragen wird das Virus durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten, wie z.B. infiziertem Blut, Sperma, Scheidensekret und ggf. Speichel.1

In den meisten Fällen heilt eine akute Hepatitis-B-Infektion in den ersten sechs Monaten von alleine aus und danach besteht eine lebenslange Immunität. Bei 5-10% der Betroffenen wird die Infektion jedoch chronisch und kann zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Kinder, Senioren und immungeschwächte Personen sind besonders gefährdet, dass eine Hepatitis-B-Infektion chronisch wird.

Eine Impfung schützt vor Hepatitis B

Bereits seit 1995 wird in Deutschland eine Hepatitis-B-Impfung für alle Säuglinge von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.1 Die Schutzimpfung für alle Kinder wird mit vier Impfstoffdosen (bei 6-fach-Kombinationsimpfstoff) oder mit drei Impfstoffdosen (Hepatitis-B-Einzelimpfstoff) durchgeführt. Erwachsene erhalten innerhalb von sechs Monaten drei Impfstoffdosen. Im Erwachsenenalter sollten sich laut STIKO besonders gefährdete Personen impfen lassen, wie beispielsweise HIV-infizierte Personen, Dialysepatienten, Kontaktpersonen zu an Hepatitis B erkrankten Personen, Personen mit Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko, Personal von medizinischen Einrichtungen und Ersthelfer.

Impfen und bei einem Risiko testen lassen

Die Deutsche Leberhilfe e.V. fordert Gesunde dazu auf, sich gegen Hepatitis B impfen zu lassen, um sich vor dieser viralen Lebererkrankung zu schützen. Und sie appelliert an Menschen mit Risikofaktoren, über einen Hepatitis-B-Test nachzudenken. Risikofaktoren für eine Hepatitis-B-Infektion sind beispielsweise erhöhte Leberwerte, eine Hepatitis B in der Partnerschaft oder Familie, ein häufiger Partnerwechsel, Tätowierungen sowie Herkunft aus Ländern in Afrika und Asien und aus der Türkei. Je früher eine Hepatitis B erkannt und behandelt wird, umso weniger Folgeschäden treten für den Betroffenen auf und umso besser sind andere vor einer Ansteckung geschützt.

Medikamente unterdrücken die Virusvermehrung

Unbehandelt führt die chronische Hepatitis B in vielen Fällen zu einer Vernarbung der Leber bis hin zu einer Leberzirrhose und zu einem Leberkrebs. Das Virus kann zwar mit den heute verfügbaren Medikamenten meist nicht ausgeheilt werden, aber die Substanzen unterdrücken dauerhaft dessen Vermehrung. Eine einjährige Interferon-Therapie kann bei einigen Patienten das Immunsystem soweit anregen, dass es die Virenvermehrung dauerhaft kontrolliert. Interferon hat jedoch viele Nebenwirkungen wie Grippesymptome, Depressionen oder Blutbildveränderungen. Andere Medikamente in Tablettenform (Nukleosid- und Nukleotidanaloga) greifen in den Vermehrungszyklus des Virus ein und verhindern, dass sich neue Viren bilden. Damit kann die Lebererkrankung zum Stillstand kommen und die Ansteckungsgefahr sinken. Zurzeit ist die Hepatitis-B-Tablettentherapie eine Dauertherapie: Die Tabletten müssen viele Jahre, manchmal sogar ein Leben lang eingenommen werden. Ein zu frühes Absetzen der Medikamente führt zu einem Wiederanstieg der Viren im Blut und damit zu einem Fortschreiten der Leberkrankung. Dann ist auch die Ansteckungsgefahr wieder hoch.

Weltweit wird mit Hochdruck an neuen Möglichkeiten geforscht, die Hepatitis B in den kommenden Jahren zu heilen – zum Beispiel mit Medikamenten, die entweder andere Angriffspunkte am Virus haben als derzeitige Substanzen oder mit Medikamenten, die das körpereigene Immunsystem so beeinflussen, dass die Immunzellen das Virus besser bekämpfen können.

Weltweit ein großes Gesundheitsproblem

Die Hepatitis B ist ein drängendes Gesundheitsproblem, insbesondere in Ländern mit geringem Einkommen und schlechter Gesundheitsversorgung. Aktuelle Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehen davon aus, dass weltweit 257 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis B leben und jährlich knapp 800.000 Menschen an den Folgen dieser viralen Lebererkrankung sterben.2 Die Hauptverbreitungsgebiete liegen in Afrika und Asien, aber auch in Europa und in Deutschland gibt es viele Menschen, die mit einer chronischen Hepatitis B leben. Laut Robert Koch-Institut wurde hierzulande eine Hepatitis B bei 0,3% der Allgemeinbevölkerung nachgewiesen.1 Allerdings waren bei dieser Datenerhebung wichtige Risikogruppen wie intravenös injizierende Drogenkonsumenten und Menschen mit Migrationshintergrund aus Gebieten mit einer hohen Hepatitis-B-Verbreitung unterrepräsentiert – die Dunkelziffer ist deshalb wahrscheinlich höher. Oft bleibt eine Hepatitis B über Jahre unerkannt, weil die Infektion lange Zeit ohne Symptome verläuft oder oft jahrelang nur sehr unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Gelenkschmerzen und Übelkeit verursacht.

Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli 2017

Der Welt-Hepatitis-Tag ist ein internationaler Aktionstag und findet jährlich am 28. Juli statt. Im Jahr 2010 erkannte die WHO-Hauptversammlung Virushepatitis mit einer Resolution als globale Gesundheitsbedrohung an. Seit 2011 wird der Welt-Hepatitis-Tag als offizieller Gesundheitstag der WHO durchgefu¨hrt. Dieses Jahr lautet das Motto des Welt-Hepatitis-Tags „Hepatitis eliminieren!“

Die häufigsten chronischen viralen Leberentzündungen sind Hepatitis B und C. Weltweit leben 257 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis B und 71 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis C. Bereits im Jahr 2015 hat die WHO beschlossen, bis 2030 weltweit Hepatitis B einzudämmen und Hepatitis C zu eliminieren. Die daraufhin gestartete globale NOhep-Kampagne soll den Zugang zur Hepatitis-B-Impfung sowie zur Testung und zur Therapie der Hepatitis B und Hepatitis C voranbringen, um diese WHO-Ziele zu erreichen.

Auch in Deutschland hat der Kampf gegen Hepatitis begonnen: 2016 veröffentlichte die deutsche Bundesregierung ihre im Kabinett beschlossene Strategie „BIS-2030 – Bedarfsorientiert, Integriert, Sektorenübergreifend“, die ebenfalls bis 2030 Hepatitis B und C, aber auch HIV und andere Infektionskrankheiten erfolgreich bekämpfen will.

Andrea Warpakowski




Wer ist die Deutsche Leberhilfe e.V.?

Die Deutsche Leberhilfe e.V. wurde vor 30 Jahren von engagierten Patienten gegründet. Der gemeinnützige Verein ist bundesweit tätig und hat sich als Informationsschnittstelle zwischen Ärzten und Leberpatienten etabliert. Die Leberhilfe verfolgt als Hauptziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, indem sie Patienten und ihre Angehörigen berät und Informationsschriften in verständlicher Sprache herausgibt. Ein weiteres Ziel des Vereins ist, die Bevölkerung über mögliche Ursachen, Verlauf, Therapie und Verhütung von Leberkrankheiten zu informieren. Langfristig soll dies dazu beitragen, Vorurteile zu entkräften und den schlechten Ruf der Lebererkrankungen als „selbstverschuldete” Krankheiten zu verbessern. In diesem Rahmen ist die Leberhilfe in Deutschland Ausrichter des Welt-Hepatitis-Tages.

Der Verein wird von einem ehrenamtlich tätigen Vorstand geleitet und hat in Köln seine Geschäftsstelle, die mit erfahrenen Mitarbeitern besetzt ist. Bei medizinischen Fragen wird die Leberhilfe von einem wissenschaftlichen Beirat unterstützt. Dieser besteht aus namhaften Fachärzten und Wissenschaftlern, die die Richtigkeit, Aktualität und Seriosität der medizinischen Informationen gewährleisten.



Informationen zum Welt-Hepatitis-Tag:

Deutsche Webseite:               www.welthepatitistag.info

Flyer zu Hepatitis A bis E:      www.welthepatitistag.info/download.html

Internationale Webseite:        www.nohep.org/


Pressekontakt:
Ingo van Thiel (Redaktion)
Deutsche Leberhilfe e.V.
Krieler Str. 100, 50935 Köln
Tel.: 0221/2829980
redaktion@leberhilfe.org
www.leberhilfe.org